Indolente B-Zell-Lymphome

Für den überwiegenden Teil der indolenten B-Zell-Lymphome, die früher z.T. als niedrigmaligne B-Zell-Lymphome bezeichnet wurden, konnten in den letzten Jahren Chromosomenveränderungen identifiziert werden, deren Nachweis mittels PCR, Chromosomenanalyse und FISH sowohl der Subtypisierung des Lymphoms als auch der Prognoseabschätzung dient und so den Einsatz risikoadaptierter Therapien ermöglicht.

Bei über 90% der Mantelzell-Lymphome (MCL) ist eine Translokation t(11;14)(q13;q32) mit einer CCND1-IGH-Fusion nachweisbar. Bei CCND1-negativen MCL findet man häufig strukturelle Veränderungen der Chromosomenregionen 6p21 mit Beteiligung des CCND3-Gens oder 12p13 mit Beteiligung des CCND2-Gens. Der Nachweis von komplexen Chromosomenveränderungen und/oder einer TP53-Deletion geht mit einem aggressiven Verlauf eines MCL einher (Chapman-Fredricks et al., 2014; Sander et al., 2016; Zlamalikova et al., 2017).

Bei Marginalzonen-Lymphomen (MZL) werden häufig Zugewinne der Chromosomen 3, 12 und 18 sowie strukturelle Veränderungen der Chromosomenregionen 1p22 (BCL10-Gen), 7q21 (CDK6) und 18q21 (MALT1) nachgewiesen.

Bei etwa 85% der follikulären Lymphome (FL) lassen sich die Translokation t(14;18)(q32;q21) bzw. eine IGH-BCL2-Fusion oder deren Varianten t(2;18)(p11;q21) oder t(18;22)(q21;q11) nachweisen. Komplexe Karyotypen mit mehr als drei Chromosomenaberrationen sind bei den sog. “niedrigmalignen“ B-Zell-Lymphomen meist mit einer Transformation in ein hochmalignes Lymphom assoziiert (sog. Richter-Syndrom).

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